SIBYLLE UMLAUF

Ausbildung zur Goldschmiedin an der Fachschule für das Edelmetallgewerbe Schwäbisch Gmünd und
Studium der Angewandten Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Berlin von 1961 - 1970.
An der Hochschule für Sozialpädagogik unterrichtete sie von 1980 - 1990.
Sie lebt und arbeitet in Berlin und den Marken ( Italien ).

 

SCHMUCK UND OBJEKTE

In den schmückenden Objekten, die ich schaffe, Nadeln, Hals-, Ohr- und Handschmuck, alles Unikate, versuche ich ein dynamisches Prinzip von Gewicht und Gegengewicht zu verwirklichen. In ihnen drückt sich meine Auseinandersetzung mit Formen der Flora und Fauna aus.

Das Material, mit dem ich arbeite, polarisiere ich, indem ich das harte und dunkle Eisen mit dem weichen und strahlenden Gold konfrontiere. Ich verwende Südseeperlen, Bergkristalle, Rohdiamanten und Korallen, um sie mit schwarzen oder goldenen Metallen zu verbinden.

Durch Treiben und Ziselieren, durch das wegnehmende Ätzen und das hinzufügende Tauschieren schaffe ich Chiffren auf Körpern. Polarität zählt zu den allgemeinsten Prinzipien des Lebens. Sie als Spannung sichtbar werden zu lassen, darin sehe ich meine Aufgabe als Schmuckgestalterin. Nach Goethe verstehe ich Spannung als den "Zustand eines energischen Wesens in völliger Bereitschaft, sich zu manifestieren, zu differenzieren, zu polarisieren."

Diese Objekte sind dazu bestimmt, am menschlichen Körper getragen zu werden und auch hier sehe ich die Spannung einer Polarisierung: Im Mehr oder Weniger, dem Betonten und Zurückhaltenden, dem Heftigen und Mäßigenden entsteht ein symbolhaftes Spiel mit mannigfaltigen Bedeutungen.